Schreiben und Sägen? Umzug geschafft…

Residenznotiz #4, 27. Juli 2022, Kunsthaus Klosters

Ab in die Klausur: der Umzug ist geschafft, die nächsten Wochen wird gehackt, gepinselt – und geschrieben. Soweit der Plan. Mal sehen, wie viel Zeit dem Bildhauer für den Bildschirm bleibt.

Neue Geschichten abonnieren

Gerade sitze ich im Zug nach Klosters. Zeit für die Eindrücke der letzten Tage – es ist viel passiert.

Packen, Fahren, Auspacken
Der Umzug ist geglückt. Gut, dass ich mir dafür zwei Tage reserviert habe. Beim Einpacken kam mir dies und das in den Sinn; den Benzin-/Öl-Kanister könnte man putzen, die Ketten auffrischen, dort noch was besser einpacken. Ich glaube, ich habe nichts vergessen.

Im Mietauto drin war alles schnell, zwei Stunden später ausladen beim Kunsthaus Klosters. Das grosse Steintreppenhaus lädt ein zum Hochladen, malen werde ich die Skulpturen im dritten Stock in einem ehemaligen Werkraum der Schule.

Im Garderobenraum der Turnhalle finden meine Maschinen, Werkzeuge, Besen und andere Hilfsmittel Platz. So kann ich ebenerdig raus unter das Vordach, wo ich heute meinen Werkplatz einrichten will.

Zapin und andere Helfer
In der ersten Woche habe ich einen Intensivkurs in Prättigauer-Dialekt begonnen – mit der Lektüre von «Zwiärggälä, Ärschlig und Burrä – Waldarbeit im Furner Tobel um 1940». Ich lese meine eigene Sprache – Dialekt – in einer fremden Form, die mich inspiriert und herausfordert. Wer Lust hat, kann hier im selben Dialekt mehr lesen über die Herausgeberin Marietta Kobald-Walli (auch in der Kunsthaus Klosters Steuergruppe).

Beim Lesen fragte ich mich: Was ist denn ein «Zapin»? Den packt man ein, wenn man zum Holzen ins Tobel steigt, schreibt der Autor. Seit gestern habe ich das Wort erfahren statt nachgeschlagen: Als «Züzi» packt man den besser auch in den VW Bus. Ohne Zapin (oder Sappie auf Wikipedia) wären die Lärchenrugel schön dort drin liegen geblieben.

Beim Einladen haben mich Duri und Mario mit ihren Maschinen und Muskeln unterstützt, merci RUWA Holzbau in Küblis! Mario lieh mir sein Originalstück, so wie man es heute nicht mehr kaufen kann. Beim ersten Rugel habe ich ziemlich rumgeeiert, bis das Werkzeug richtig eingesetzt war, siehe gegen Ende des Videos.

Jetzt stehen die Lärchenstämme beim alten Schulhaus, als wäre das ein Spaziergang gewesen. Wenn die rund 150 kg pro Stück mal stehen, ist das Herumbugsieren keine grosse Sache mehr. Vielen Dank auch an Christoph Luzi, der als Projektleiter Klosters 800 kurz von seinem Schreibtisch rüberkam, um mir zu helfen.

Morgen geht’s los mit Sägen. Und Schreiben?

Notizenüberblick, Infos zur Ausstellung, Residenznotizen abonnieren