Irmi und Noel

Wenn ich an Irmi denke, fällt mir immer dieses Bild ein: sie am Steuer, ihr Sohn Noel sitzt hinten unter der offenen Heckklappe. Mit einer Hand hält er sich im Wagen fest, die zweite dient als Anhängerkupplung für den Kompost-Container, schwer beladen mit meinem Sägmehl. Abenteuerlich!

Seit kurzem sind Abenteuer mit Irmi nur noch Erinnerung. Sie war die Nachbarin in Bülach, die sich um vernachlässigte Pferde kümmerte. Und gemeinsam mit Noel immer Zeit hatte für einen Schwatz, en Kaffi, ein Glas Rotwein. Und ein kehliges Raucher-Lachen.

Noel hat sie lange gepflegt, es war ein Abschied auf Raten. Mir war klar, dass ich ihr etwas hinterlasse. Meine Freude an den Begegnungen soll weiter leben, für mich und erst recht für Noel. Gegen Ende hat sich Irmi ein Plätzchen im Wald ausgesucht für ihre Asche, Noel hat mit Bruder und Vater eine Bank dorthin gestellt: «Da kann ich sitzen und mit ihr reden.»