Anreise: Nestbau und Kennenlernen

Residenznotiz #2, 19. Juli 2022, Kunsthaus Klosters

Gepackt, gereist, angekommen. Mehr oder weniger. Und jetzt die vielen Ideen im Kopf es bitz entwirren, einen nach dem anderen aufnehmen, mit Bedacht.

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Reisen heisst erst mal entscheiden: was kommt mit, was bleibt hier? Bei sechs Wochen Distanz von Bett und Motorsäge es bitz anspruchsvoller. Doch halt: ich kann ja immer wieder runter fahren nach Zürich und etwas holen.

Lieber schwitzen als im Regen Rucksack, Bass-Ukulele und Koffer schieben. Interessant, dass für mich gerade immer alle Züge Richtung Graubünden voll sind, auch zu seltsamen Zeiten wie 11.38 an einem Montag?

Grüezi im Schulhaus

Konrad Gruber von Enzyan empfängt uns persönlich und auf der Wandtafel — merci!

Der Schulhausgroove zeigt sich. Das Haus ist riesig, die Treppen sind breit und zwischendrin höre ich die Kinder aus den Zimmern in die Pause stürmen. Erinnerungen an die eigene Zeit als Schüler. Und weil die Kinder ins neue Schulhaus gezogen sind, ziehen wir in die ehemalige Wohnung des Abwarts. Einfach, praktisch, liebevoll möbliert vom Kunsthaus-Team.

Nestbau: Auspacken, Einräumen, Organisieren — und Einkaufen. Alles zusammen stabilisiert mich, lässt mich ankommen. Seltsam, welch beruhigende Wirkung ein gefüllter Einkaufskorb mir schenkt. Und wohl auch normal; hier wird es mir stärker bewusst.

Zum Italiener, mit Kathrin und Bettina

Ein Highlight des Ankommens: sich kennenlernen. Wir sind zu dritt hier als Residenzkünstler*innen: Kathrin Severin wird zeichnen und Bettina Gugger schreiben. Ich freue mich auf besondere Wochen als WG-Gspänli und Mit-Arbeiter*innen. Noch schnell ein Selfie bevor wir das erste Restaurant in Klosters testen; Kochen wär mir grad zuviel.

Ausblick: das ganze Spektrum von Klosters

Zum Abschluss des Tages suche ich Bewegung, Stille und Weitblick. Bei jeder Weggabelung entscheide ich von Neuem, wie weiter — die Idee: weiter oben einen Platz zu finden mit Grün und Weite.


Dieses Panorama Richtung Gotschna zeigt einen Aspekt meines Residenzdorfes: Es wird gebaut, es gibt imposante Ferienresidenzen, dann doch noch Grasland. Am Rande der gemähten Wiese umflattern mich Falter, vor mir stehen sechs herrlich grosse Bäume. Ich grüsse sie und ahne, was sie als Zeugen der Entwicklung vom Walserdorf bis heute mitbekommen haben.

So, jetzt wieder zurück ins Schulhaus bei herrlichem Licht. Berg-Auszeit. Wer genau hinschaut, sieht oben auf dem Dach die Taube von Sonja Knapp.

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