Intuition: Drei Schritte zur Quelle

Bauchgefühl oder Businessplan? Die Essenz liegt dort, wo aus dem «oder» ein «und» wird, wo sich Intuition und Intellekt verbinden.

Pablo Picasso hält ein eindeutiges Plädoyer für die Intuition «Ich suche nicht, ich finde.» (zitiert von Gottfried Sello, Die Zeit). Nur noch finden, nie mehr suchen – was für eine Erleichterung. Und was für eine Anstrengung, wenn ich sein will wie Picasso… Drei Sichtweisen führen zu mehr Leichtigkeit beim Finden:

Erster Schritt: Urteile erkennen

Das in die Welt zu bringen, was in uns ruft, verlangt nach allen Anteilen unserer Persönlichkeit. Die  volle Kraft wächst aus einem «Ja» zu allem, was wir an uns hassen oder lieben.

Wir streben auf alles zu, was uns grösser, strahlender, leichter macht. Wir lehnen alles ab, was uns negativ, gefährlich, schwer erscheint. Jede Minute treffen wir Urteile über Andere. Jedes dieser Urteile spiegelt, was wir in uns selbst wollen oder ablehnen.

Zweiter Schritt: Ja zum So-Sein.

Diese Urteile sind akut menschlich. Der Schritt ins Bewusst-Sein führt nun eben nicht in die Ablehnung. Einen Schritt tiefer wartet die Akzeptanz der inneren Spaltung von «So möchte ich sein» und «Das verachte ich».

Wenn wir beide Seiten in uns wertschätzen, öffnet sich vielleicht eine Pforte. Von dort beobachten wir dieses Spiel der Gedanken. Je liebevoller wir das tun, desto freier werden unser Suchen, Finden, Handeln.

Dritter Schritt: Ja zur Quelle.

Jede noch so kleine Prise der Selbstakzeptanz erhöht die innere Verbindung. Und dieser innere Einklang macht uns stiller. Jetzt können wir besser hören, was uns das Universum zuflüstert. Dabei können wir die Ohren spitzen: Mit einer fokussierten inneren Haltung, die sich öffnet für noch so kleine Signale.

Ideen, Bilder, Lösungen, die uns in Millisekunden zufallen, bleiben haften. Zuerst werden wir diesen Einfällen nicht trauen. Doch wir haben alle Zugang zur Quelle. «Haben» ist das falsche Wort, «sein» trifft es besser: Wir sind an der Quelle, können den Zugang nicht kaufen, absichern, festhalten. Er wird uns geschenkt, wenn wir uns trauen.

Handeln im Einklang

Der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr beschreibt unser «umfassendes Ich» als Tropfen im Ozean. Wollen wir etwas in der physischen Welt umsetzen, so schrumpft dieses grosse Ich zum Ego, tritt als Tropfen über das Wasser,  «..dort stehe ich den anderen als Anderer gegenüber und werde handlungsfähig.» (Geist, Kosmos und Physik, Seite 126, Google Books).

Innere Verbindung und Verbindung über uns hinaus vertieft den Zugang zur Intuition. Wenn daraus ein Handeln entsteht, dass im Einklang steht mit den Wellen des Ozeans, dann werden Idee und Umsetzung ihre grösste Wirkung entfalten. Und weil unser kleines Ich einmalig ist, lesen wir alle die Wellen ganz anders.

Am besten auch spielerisch – wie Picasso. Auf die Frage eines Journalisten, weshalb er von der «Blauen» in die «Rosa Periode» gewechselt habe, antwortet er: «Wenn ich kein Blau habe, dann nehme ich eben Rot.» (Victoria Charles, Picasso, Seite 5, Google Books)

Am International Intuition Summit Basel habe ich meine Erfahrungen auf diesem Weg vertieft. Vielleicht dient das Handout als Inspiration.

Bild: Jan Bernet